Gemeinde-Adressen Sitemap | Impressum | Kontakt | Gemeindesuche  

1906 – 2006: 100 Jahre Neuapostolische Kirche in Reutlingen

Im Jahr 1906 fanden in Reutlingen zum ersten Mal Gottesdienste der Neuapostolischen Kirche statt, und im gleichen Jahr wurde hier die erste neuapostolische Gemeinde gegründet.
100 Jahre aktives Gemeindeleben. Miteinander beten, glauben, wachsen. Grund zur Freude und zum Danken. Und ein schöner Anlass, das Jahr 2006 in besonderer Weise zu feiern:
Rückblick in Dankbarkeit, Ausblick in Zuversicht auf Gottes Hilfe und Segen.

Bilddokumentation

Zu den Jubliäumsveranstaltungen wie auch zu allen Gottesdiensten sind alle Interessierten sehr herzlich eingeladen. Besonders freuen wir uns darauf, Glaubensgeschwister, die früher zur Gemeinde Reutlingen-Süd oder Reutlingen-West gezählt haben, wieder zu sehen.

Sonntag, 5. Februar 2006, 9.30 Uhr
Gottesdienst durch Apostel Volker Kühnle
zum Beginn des Jubiläumsjahrs
Reutlingen-West, Dürrstraße

Sonntag, 26. März 2006, 18.00 Uhr
Musikalischer Rückblick
Reutlingen-West, Dürrstraße
Mit Vorträgen zur Historie, Bildern, Anekdoten
Musikalische Gestaltung:
Gemischter Chor, Amtsträgerchor, Orchester

Sonntag, 14. Mai 2006, 19.30 Uhr
Jugendveranstaltung:
Engel in der Kunst, in der Musik, in unserem Glauben

Reutlingen-Süd, Alexanderstraße
Multimedia-Präsentation unter Mitwirkung
der Jugendchöre Reutlingen-Süd und Reutlingen-West

Donnerstag, 25. Mai 2006, 9.30 Uhr
Gottesdienst durch den Bezirksapostel
Reutlingen-West, Dürrstraße
(für den Bezirk Reutlingen-Süd)

Sonntag, 18. Juni 2006, Beginn 10.00 Uhr
Kindertag mit Gottesdienst zum Thema:
Unsere Kirche zu Großmutters Zeiten

Reutlingen-Rommelsbach, Wittumhalle

Sonntag. 24. September 2006, 15.00 Uhr
Gottesdienst durch den Bezirksapostel
Reutlingen-West, Dürrstraße
(für den Bezirk Reutlingen-West)

Samstag, 28. Oktober 19.30 Uhr
Festakt
100 Jahre Neuapostolische Kirche in Reutlingen

Friedrich-List-Halle, Reutlingen
Vorträge zu Geschichte und Gegenwart
Musikalische Gestaltung:
Gemischter Chor, Orchester


Die Neuapostolische Kirche in der „Kernstadt“ Reutlingen:

Gemeinde Reutlingen-Süd, Alexanderstraße 80
Gottesdienste: sonntags 9.30 Uhr, mittwochs 20 Uhr

Gemeinde Reutlingen-West, Dürrstraße 15
Gottesdienste: sonntags 9.30 Uhr, donnerstags 20 Uhr

Beide Kirchen verfügen über Satelliten-Empfangsanlagen


100 Jahre Geschichte....
Als 1905 unsere Glaubensschwester Berta Sauer aus Stuttgart in die ehemalige Freie Reichsstadt Reutlingen zog, brachte sie einen Stein ins Rollen, der schon 1906 zur Gründung der Neuapostolischen Gemeinde in Reutlingen führte. Am 10. Juni 1906, dem offiziellen Gründungsdatum, wurde der erste Gottesdienst in Reutlingen gehalten. Das Interesse an der neuen Glaubenslehre war so groß, dass vom 1. August 1906 an ein Gottesdienstlokal in der Tübinger Straße 59 gemietet wurde. Am 12. August 1906 erhielt Bruder Leonhard durch Stammapostel Niehaus in Frankfurt das Diakonenamt; er war der erste Amtsträger von Reutlingen. Noch im gleichen Jahr wurde der Gesangchor gegründet. Bereits im Jahr 1907 musste in Folge der wachsenden Mitgliederzahl eine größere Versammlungsstätte in der Lederstraße 88 gemietet werden. Im November 1907 erhielt die Gemeinde mit Priester Christian Schenk, dem späteren Bezirksältesten, ihren ersten Vorsteher.

Angesichts des weiterhin starken Gemeindewachstums entschloss sich der damalige Bezirksapostel J. G. Bischoff im Jahr 1912 zum Bau einer Kirche in der Alexanderstraße 80. Diese wurde am 5. Oktober 1913 von ihm eingeweiht. Nur sieben Jahre nach der Gründung gehörten der Gemeinde bereits 350 Mitglieder an. Bei der Einweihung der Kirche sprach der Bezirksapostel einen Satz mit prophetischem Inhalt: „Dies ist die schönste Kirche des Werkes Gottes, und wenn diese Kirche die verlangenden Seelen nicht mehr fassen sollte, bauen wir am anderen Ende der Stadt eine neue Kirche.“ 40 Jahre später sollte sich eine weitere Kirche wie ein Wahrzeichen erheben – die Kirche Reutlingen-West in der Dürrstraße. Sie liegt am „anderen Ende der Stadt“.

Die weitere Entwicklung der Gemeinde ist von Phasen ausgeprägten Wachstums, aber auch Zeiten der Besinnung gekennzeichnet. Insbesondere in den Jahren nach den Weltkriegen wuchs die Zahl der Gläubigen stark. Allein im schweren Jahr der Inflation, 1923, gab es einen Zuwachs von mehr als 140 Mitgliedern. 1931 zählte die Gemeinde 853 Glaubensgeschwister. Doch Ende der dreißiger Jahre musste die Missionsarbeit in der Gemeinde auf Grund der veränderten politischen Situation eingestellt werden. Der Zweite Weltkrieg verschonte auch die Gemeinde nicht: Zahlreiche Brüder  wurden zum Kriegsdienst eingezogen, einige davon kehrten vom Krieg nicht mehr zurück. Etliche Geschwister fielen den Luftangriffen zum Opfer.

Die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg brachten weiteres Wachstum. Anfang der fünfziger Jahre umfasste die Gemeinde mehr als 1.200 Mitglieder. Jetzt wurde die Erstellung einer weiteren Kirche in der Dürrstraße notwendig: die Kirche Reutlingen-West, ein mächtiger und beeindruckender, abgerundeter Sakralbau mit Plätzen für über 1.600 Personen. Planung und Bau dieser Kirche lagen in den Händen des Reutlinger Architekten Ernst Digel. Bezirksapostel Schall weihte das Gotteshaus am 19. September 1953. Die Gemeinde Reutlingen-West entstand aus der Gemeinde Betzingen und Teilen der Muttergemeinde Alexanderstraße. Im Lauf der folgenden Jahre erhielt die Kirche einen Anbau mit weiteren Nebenräumen, einen überdachten Eingangsbereich und einen Parkplatz. Die 1913 errichtete, inzwischen umgebaute und renovierte Gründungskirche Reutlingen-Süd in der Alexanderstraße und die Kirche Reutlingen-West wurden Zentralkirchen der im Jahr 1978 neu gebildeten Bezirke Reutlingen-Süd und Reutlingen-West. Die Gemeinde Reutlingen wurde zum Ausgangspunkt vieler Gemeindegründungen im Umkreis, insbesondere im Raum Reutlingen und Tübingen.

Heute umfassen die beiden Bezirke Reutlingen-Süd und Reutlingen-West zusammen 27 Gemeinden mit über 4.000 Mitgliedern. Damit schließt sich der Bogen einer segensreichen hundertjährigen Entwicklung. Dafür gebührt zuerst Gott Dank und Ehre. Es soll aber auch in Dankbarkeit und Liebe aller gedacht werden, die durch vielfältige Opfer Anteil an dieser gesegneten Entwicklung hatten.

Was alle Gläubigen mit der Anfangszeit verbindet, ist die lebendige Hoffnung auf die verheißene Wiederkunft Jesu Christi.